Was ändert sich für Pflegebedürftige im Jahr 2024?

Buchstaben P-U-E-G

Neues Leistungsrecht durch das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG).

In dem Artikel „PUEG kommt zum 1.Juli 2023“ haben wir auf die neue Pflegereform und die bevorstehenden Änderungen hingewiesen. Zum Jahreswechsel treten nun wesentliche gesetzliche Änderungen durch das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz in Kraft, die besonders für Menschen mit einer anerkannten Pflegebedürftigkeit und einem Pflegegrad wichtig sind.  

Ab dem 1. Januar 2024 erhöhen sich für alle pflegebedürftigen Menschen die Leistungsbeträge für den Bezug von Pflegegeld, die Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen durch einen ambulanten Pflegedienst und für Bewohner*innen einer Pflegeeinrichtung der pflegebedingte Eigenanteil in einer vollstationären Einrichtung. Für eine bestimmte Gruppe von Pflegebedürftigen ändert sich der Leistungsanspruch auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Für pflegende Angehörige ändert sich der Anspruch auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung und Pflegeunterstützungsgeld. Im Folgenden wird ein Überblick gegeben.

Das Pflegegeld erhöht sich bei:

  • Pflegegrad 2 von    316 Euro auf    332 Euro
  • Pflegegrad 3 von    545 Euro auf    573 Euro
  • Pflegegrad 4 von    728 Euro auf    765 Euro
  • Pflegegrad 5 von    901 Euro auf    947 Euro

Die Pflegesachleistungerhöht sich bei:

  • Pflegegrad 2 von    724 Euro auf    761 Euro
  • Pflegegrad 3 von 1.363 Euro auf 1.432 Euro
  • Pflegegrad 4 von 1.693 Euro auf 1.778 Euro
  • Pflegegrad 5 von 2.095 Euro auf 2.200 Euro

Bewohner*innen mit den Pflegegraden 2 bis 5 erhalten in einer vollstationären Pflegeeinrichtung einen Leistungszuschlag zu dem von ihnen zu zahlenden Eigenanteil an den pflegebedingten Aufwendungen. Der Zuschlag ist abhängig von der Verweildauer:

  • bei einer Verweildauer von   0 bis 12 Monaten von       5 % auf 15 %,
  • bei einer Verweildauer von 13 bis 24 Monaten von     25 % auf 30 %,
  • bei einer Verweildauer von 25 bis 36 Monaten von     45 % auf 50 %,
  • bei einer Verweildauer von mehr als 36 Monaten von 70 % auf 75 %.

Die Leistungen der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege können ab dem 1. Januar 2024 nur für pflegebedürftige Kinder und junge Erwachsene zu einem gemeinsamen Jahresbetrag in Anspruch genommen werden. Das bedeutet, der Betrag der Verhinderungspflege von 1.612 € kann mit dem Gesamtbetrag der Kurzeitpflege von 1.774 € zusammengelegt werden. Das ergibt für Pflegepersonen ein neues Gesamtbudget von 3.386 € im Kalenderjahr, soweit der Gesamtbetrag der Kurzzeitpflege noch nicht verwendet wurde.

Berufstätige pflegende Angehörige haben ab dem 1. Januar 2024 einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit von bis zu zehn Arbeitstagen pro Kalenderjahr und pflegebedürftiger Person (ab Pflegegrad 1). Voraussetzung muss eine akut aufgetretene Pflegesituation bei nahen Familienangehörigen sein, die durch Organisation oder pflegerischer Versorgung in dieser Zeit sichergestellt wird. Sofern nicht anders geregelt, kann in dieser Zeit ein Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Familienmitglieds beantragt werden.

Alle wesentlichen Informationen entnehmen Sie dem Informationsblatt "PUEG- Überblick über alle Änderungen". Sie haben Fragen und benötigen eine Beratung? Wir helfen gerne weiter.

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