PUEG kommt zum 1.7.2023

An Bettkante sitzende Frau mit Pflegekraft.

An Bettkante sitzende Frau mit Pflegekraft.

Die Bundesregierung hat Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beschlossen.

Das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) mit Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wurde Ende Mai auf den Weg gebracht. Neben der Differenzierung der Beiträge zur Pflegeversicherung entsprechend der Kinderzahl für mehr Gerechtigkeit erfolgt zum 1.7.2023 eine Beitragssatzerhöhung um 0,35 Prozentpunkte für Versicherte mit einem Kind und um 0,6 Prozentpunkte für Kinderlose. Diese dient der Stabilisierung der finanziellen Lage der sozialen Pflegeversicherung. Weiterhin werden die Arbeitsbedingungen für beruflich Pflegende verbessert und die Digitalisierung in der Langzeitpflege gestärkt. Welche Änderungen und Verbesserungen sind für Pflegebedürftige und ihre Angehörige vorgesehen? Das lesen Sie hier:

Erhöhung der Leistungsbeträge
In mehreren Schritten werden die Beträge für Pflegegeld und Sachleistungen angehoben. Die erste Erhöhung erfolgt zum 1. Januar 2024 und richtet sich ausschließlich an die ambulante Pflege. Hier steigen das Pflegegeld und die Sachleistungen um 5 Prozent an.

Zum 1. Januar 2025 steigen alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherung um 4,5 % an, das heißt sowohl das Pflegegeld und die Sachleistungen im häuslichen Bereich als auch die Sachleistungsbeträge der Tagespflege und vollstationären Pflege sowie der Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege.

Eine dritte Erhöhung schließt sich 2028 an.

Pflegeunterstützungsgeld
Ab dem 1. Januar 2024 steht den Angehörigen pro Kalenderjahr künftig für bis zu zehn Arbeitstage je pflegebedürftiger Person das Pflegeunterstützungsgeld zur Verfügung.

Unabhängig von der Größe des Unternehmens können Angehörige sich freistellen lassen, um die Pflege zu organisieren. Da es sich für die Arbeitgeber*innen in der Regel um eine unbezahlte Freistellung handelt, zahlt die Pflegekasse als Überbrückung auf Antrag ein Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung für das entgangene Arbeitsentgelt. Das beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.


Vollstationäre Pflege
Zum 1. Januar 2024 wird der Anteil an den pflegebedingten Aufwendungen, den die Pflegeversicherung leistet, abhängig von der Verweildauer erhöht:

  • bei einer Verweildauer von 0 bis 12 Monaten von 5 % auf 15 %,
  • bei einer Verweildauer von 13 bis 24 Monaten von 25 % auf 30 %,
  • bei einer Verweildauer von 25 bis 36 Monaten von 45 % auf 50 % und
  • bei einer Verweildauer von mehr als 36 Monaten von 70 % auf 75 %.

Dies soll Pflegebedürftige in vollstationärer Versorgung finanziell entlasten.

Gemeinsamer Jahresbetrag
Beim Gemeinsamen Jahresbetrag werden zum 1. Juli 2025 die Leistungsbeträge der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege zusammengefasst. Mit dem künftig kalenderjährlichen Gesamtleistungsbetrag von bis zu 3.539 Euro können die Pflegebedürftigen entsprechend ihren individuellen Erfordernissen flexibel den Gesamtbetrag einsetzen. Damit einhergehend werden die Regelungen zur Inanspruchnahme der Leistungen angeglichen. Um unterjährig den Überblick zum noch bestehenden Budgethöhe zu behalten, erhalten Pflegebedürftige nach der Inanspruchnahme von Leistungen eine schriftliche Information zum verbrauchten Jahresbetrag. Vorzeitig steht der Gemeinsame Jahresbetrag ab dem 1. Januar 2024 für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre mit Pflegegrad 4 und 5 zur Verfügung.

Anspruch auf Mitaufnahme des Pflegebedürftigen bei einer Versorgung in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen
Nutzen künftig pflegende Angehörige die Möglichkeit der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation, besteht ab dem 1. Juli 2024 der Anspruch auf Mitaufnahme des Pflegebedürftigen in die Einrichtung. Ziel ist, mehr Pflegepersonen in die Lage zu versetzen, medizinischen Leistungen für ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden in Anspruch zu nehmen.

Haben Sie weitere Fragen? Gerne können Sie sich an das Berater*innen-Team der Online-Pflegeberatung per Mail, Einzel- oder Video-Chat wenden.

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