Anspruch auf Wohngeld in einer Pflegeeinrichtung

Zwei ältere Frauen sitzend, mit einem Hund in der Mitte.

Eine Orientierungshilfe bietet ein Wohngeldrechner.

Die Pflegekosten steigen derzeit stark an. Viele Betroffene geraten dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. Eine Wohngeldreform hat dafür gesorgt, dass ab dem 1. Januar 2023 mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld haben. Dass auch Pflegebedürftige zu Hause und in Pflegeeinrichtungen diese Unterstützung beantragen können, ist oft nicht bekannt. Für Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen gibt es besondere Regelungen.

Durch die Wohngeldreform erhöht sich die wohngeldrechtliche Einkommensgrenze für Einpersonenhaushalte bei einer Miete in Höhe der Höchstbeträge von 987 Euro auf 1.371 Euro (Höchstbetrag Mietenstufe I) bzw. von 1.189 Euro auf 1.541 Euro (Mietenstufe VII). Da für Pflegeeinrichtungen die Bruttokaltmiete als Bemessungsgrundlage des Wohngeldes nicht bundeseinheitlich bemessen wird, werden Pflegeeinrichtungen wie ein Einpersonenhaushalt mit dem Miethöchstbetrag der jeweiligen Mietenstufe des Wohngeldgesetzes behandelt.

Wenn Sie gerne eine erste Einschätzung bekommen möchten, ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht, so können Sie den Wohngeld-Plus-Rechner des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) nutzen. Ein Antrag auf Wohngeld kann bei der jeweils zuständigen Wohngeldbehörde der Gemeinde, Stadt oder Kreisverwaltung gestellt werden. Antragsformulare gibt es im Internet. Bei vielen Wohngeldstellen kann der Antrag bereits online gestellt werden. Ebenfalls kann ein Antrag auch vom bevollmächtigten Heimträger gestellt werden.

Wichtige Hinweise:

Wohngeld erhalten Personen, die ihre Miete oder den Kredit für die eigene Wohnung nicht aus eigenen finanziellen Mitteln bezahlen können. Wohngeld ist aber nur ein Zuschuss zur Miete oder zum Kredit und deckt nicht die gesamten Wohnkosten. Einkommen und Vermögen werden bei der Antragstellung geprüft und müssen angegeben werden.

Wohngeld wird nur gewährt, wenn keine anderen Transferleistungen wie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Hilfe zur Pflege bezogen werden, da diese Leistungen die Unterkunftskosten bereits berücksichtigen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Wohngeld-Plus-Gesetz und auf dem Portal der Verbraucherzentrale zum Thema „Wohngeld gibt es auch für Pflegebedürftige“.

 

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